Körperfettmessung

Körperfettmessung

Wer ein Fitness- oder Schlankheitsprogramm startet, steigt dafür meist zunächst auf die Waage. Aus medizinischer Sicht ist jedoch nicht nur das Körpergewicht, sondern vor allem auch der Körperfettanteil von Bedeutung. Das ist allerdings nicht immer leicht zu erkennen. Auch wer nicht übergewichtig ist, kann zu viel Fett und gleichzeitig zu wenig Muskelmasse im Körper haben. Gut sind die folgenden Körperfettgehalte:

Gesamt-Körperfett Männer:

Alter in Jahren Fettanteil in % vom Körpergewicht
20-29
30-34
35-44
45-49
50-59
über 60
ideal gut normal
15 17 19
16 18 20
16 18 20
16 18 20
17 19 21
17 19 21

Quelle: Prof. Dr. med. Aloys Berg, Medizinische Uniklinik Freiburg, 2003.

Gesamt-Körperfett Frauen:

Alter in Jahren Fettanteil in % vom Körpergewicht
20-29
30-34
35-39
40-44
45-49
50-59
über 60
ideal gut normal
22 24 26
23 25 27
23 26 27
24 26 28
24 26 28
24 27 29
25 27 29

Quelle: Prof. Dr. med. Aloys Berg, Medizinische Uniklinik Freiburg, 2003.

  • Körperfett über 25% bei Männern und über 35% bei Frauen sind gesundheitlich bedenklich.
  • Morgens, wenn man leichter ist, ist der Fettwert höher. Nachmittags ist der Fettwert geringer, aber das Gewicht höher. Am Morgen fehlt dem Körper Wasser. Der Fettgehalt blieb über Nacht aber gleich. Prozentual ist er deshalb nun höher.
  • Umgekehrt ist es am Nachmittag. Unter der Voraussetzung, dass sie keinen Liter Öl getrunken haben, ist ihr Gewicht durch Essen und Trinken zwar höher, der Fettgehalt wurde aber verdünnt ("verwässert"), also prozentual weniger. Die Messung ist also nicht ungenau, sondern im Gegenteil: sie registriert sogar die tageszeitlichen Schwankungen! Frauen weisen durch Wassereinlagerungen im Monatszyklus zudem größere Schwankungen als Männer auf.

Bei unserer Messung mit dem Omron-Gerät müssen Sie keine Schuhe ausziehen, das Gerät wird einfach in beide Hände genommen!

Wir dokumentieren Ihr Mess-Ergebnis in einer anschaulichen Tabelle.

Zur Berechnung Ihres BMI (body mass index) benötigen wir folgende Angaben:

Ihr Gewicht (kg) und Ihre Größe (cm)

Theoretische Grundlagen zum BMI:

Der BMI berechnet sich aus dem Körpergewicht [kg] dividiert durch das Quadrat der Körpergröße [m2].

Die Formel lautet: BMI = Körpergewicht : (Körpergröße in m)2.

Die Einheit des BMI ist demnach kg/m2.

Dies bedeutet, eine Person mit einer Körpergröße von 160 cm und einem Körpergewicht von 60 kg hat einen BMI von 23,4 [60 : (1,6 m)2 = 23,4].

Der "wünschenswerte" BMI hängt vom Alter ab.

Folgende Tabelle zeigt BMI-Werte für verschiedene Altersgruppen:

Alter BMI
19-24 Jahre 19-24
25-34 Jahre 20-25
35-44 Jahre 21-26
45-54 Jahre 22-27
55-64 Jahre 23-28
>64 Jahre 24-29

BMI-Klassifikation (nach DGE, Ernährungsbericht 1992):

Klassifikation männlich weiblich
Untergewicht <20 <19
Normalgewicht 20-25 19-24
Übergewicht 25-30 24-30
Adipositas 30-40 30-40
massive Adipositas >40 >40

Vorbereitung auf Ihre Körperfettmessung

Um möglichst aussagekräftige Werte zu erhalten, lohnt sich eine kleine Vorbereitung: Kommen Sie nach Möglichkeit nicht direkt nach einer großen Mahlzeit, nach intensivem Sport oder nach einem Saunabesuch zu uns, denn all das verändert kurzfristig den Wasserhaushalt des Körpers – und dieser beeinflusst das Messergebnis. Trinken Sie normal, aber nicht unmittelbar vor der Messung große Mengen. Bequeme Alltagskleidung ist in der Regel völlig ausreichend. Wenn Sie regelmäßig messen lassen möchten, notieren Sie sich Datum und Uhrzeit – so lassen sich spätere Werte besser vergleichen.

Wichtiger Hinweis: Viele Körperfettmessungen arbeiten mit einem sehr schwachen, nicht spürbaren elektrischen Strom (bioelektrische Impedanzanalyse). Wenn Sie einen Herzschrittmacher oder ein anderes elektronisches Implantat tragen oder schwanger sind, sprechen Sie uns bitte vor der Messung an – in diesen Fällen ist ein solches Messverfahren nicht geeignet.

Ihre Messergebnisse verstehen und nutzen

Nach der Messung besprechen wir Ihre Werte gerne mit Ihnen. Der Körperfettanteil ist aussagekräftiger als das Körpergewicht allein: Er zeigt, welcher Anteil Ihres Körpergewichts auf Fettgewebe entfällt – im Unterschied zu Muskeln, Knochen und Wasser. Wenn Sie beispielsweise regelmäßig Sport treiben und sich gleichzeitig bewusster ernähren, kann Ihr Gewicht zunächst nahezu gleich bleiben, während sich Ihr Körperfettanteil verbessert – ein Zeichen dafür, dass Sie Fett abbauen und Muskulatur aufbauen. Regelmäßige Messungen machen diesen Fortschritt sichtbar, den die Waage allein nicht zeigt. Wie Ihr Wert einzuordnen ist, hängt unter anderem von Alter und Geschlecht ab; wir erläutern Ihnen die Zusammenhänge verständlich.

Regelmäßige Messungen für langfristigen Erfolg

Die Körperfettmessung ist kein einmaliger Test, sondern ein hilfreiches Werkzeug, um Veränderungen über einen längeren Zeitraum zu verfolgen. Wenn Sie ein Fitness- oder Abnehmprogramm beginnen, ist es sinnvoll, in regelmäßigen Abständen von einigen Wochen erneut zu messen. Zu häufige Messungen zeigen dagegen vor allem natürliche Schwankungen und sind wenig aussagekräftig. Es kann helfen, die Ergebnisse zu dokumentieren und gemeinsam mit uns zu besprechen – so lassen sich realistische Ziele setzen und die Motivation bleibt erhalten.

Praktische Tipps zur Messung

Denken Sie daran, dass der Körper täglich natürlichen Schwankungen unterliegt – bei Frauen zum Beispiel auch im Verlauf des Monatszyklus durch Wassereinlagerungen. Das ist völlig normal und kein Zeichen dafür, dass Ihre Bemühungen erfolglos sind. Lassen Sie möglichst immer zur gleichen Tageszeit und unter ähnlichen Bedingungen messen, dann sind die Ergebnisse untereinander besser vergleichbar. Wenn Sie Medikamente einnehmen, die den Wasserhaushalt beeinflussen können – etwa entwässernde Mittel –, teilen Sie uns das mit; wir berücksichtigen dies bei der Einordnung Ihrer Werte.

Wann sollte ich einen Arzt aufsuchen?

Wenn Ihr Körperfettanteil deutlich erhöht ist oder Ihr Gewicht ohne erkennbaren Grund schnell zu- oder abnimmt, ist es ratsam, mit Ihrer Hausärztin oder Ihrem Hausarzt zu sprechen. Das gilt besonders, wenn gleichzeitig Beschwerden wie ungewöhnliche Müdigkeit, Atemnot bei leichter Anstrengung oder Schwellungen auftreten. Ebenso sollten Sie ärztlichen Rat einholen, wenn Sie trotz ausreichender Bewegung und ausgewogener Ernährung keine Verbesserung feststellen. Auch wir beraten Sie gerne dazu, ob zusätzliche professionelle Unterstützung – etwa eine Ernährungsberatung – sinnvoll sein kann.

Häufig gestellte Fragen

Kann ich die Messung auch zu Hause durchführen? Es gibt Körperfettwaagen für den Hausgebrauch. Ihre Ergebnisse können je nach Gerät und Messbedingungen jedoch deutlich schwanken und sind nicht immer mit anderen Messverfahren vergleichbar. Wichtiger als der einzelne absolute Wert ist deshalb der Verlauf unter möglichst gleichen Bedingungen. Gerne erklären wir Ihnen, worauf Sie bei der Messung zu Hause achten sollten.

Ist die Körperfettmessung schmerzhaft oder unangenehm? Nein, die Messung ist schmerzfrei und dauert nur kurz. Beachten Sie bitte den obigen Hinweis zu Herzschrittmachern, elektronischen Implantaten und Schwangerschaft.

Was sagt der Body-Mass-Index im Vergleich dazu aus? Der BMI setzt nur Körpergewicht und Körpergröße ins Verhältnis und unterscheidet nicht zwischen Fett- und Muskelmasse. Die Körperfettmessung ergänzt den BMI deshalb um eine wichtige Information über die Zusammensetzung Ihres Körpers.

Bei Fragen zur Körperfettmessung oder zu Ihren Ergebnissen kontaktieren Sie uns gerne. Ihre Nikolaus-Apotheke ist erreichbar unter 05403/18 98 oder per E-Mail: [email protected].

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